Zitadelle Spandau

Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler

Die Zitadelle Spandau hat am 29. April 2016 ihre neue Dauerausstellung „Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler” eröffnet. Die Ausstellung zeigt politische Denkmäler, die das Berliner Stadtbild vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart geprägt haben. Dafür hat Idee und Klang zwei mehrkanalige Soundinstallationen kreiert.
In einem Raum ist eine Sitzbankgruppe mit integrierten Skulpturen aus dem Prachtboulevard "Siegesallee", welcher Wilhelm II. im Tiergarten in Berlin in Auftrag gegeben hat, rekonstruiert worden. In diesem Raum wird ein ganzer Tag im Sommer des Jahres 1907 akustisch mit einer 26-kanaligen Klanginstallation nachgeahmt. Unterstützt wird die Installation durch eine Lichtchoreographie, welche wandernde Schatten auf die Sitzbankgruppe wirft. Die immersive Klangkomposition, in der sich Menschen, Kutschen, Autos und Naturklänge zu einem Gesamtbild zusammenfügen, hat das Ziel, den Besuchenden in eine andere Zeit zu versetzen.
Die zweite Klanginstallation befindet sich in einem kleinen, aber sehr hohen, abgedunkelten, in seinen Dimensionen unendlich anmutenden Raum. Dieser Raum stellt die Ruhmeshalle dar - ein gigantomanisches architektonisches Projekt, welches nie verwirklicht wurde. Die Halle sollte Platz für bis zu 180’000 Besucher bieten und als "Kultraum" für die Verbreitung der nationalsozialistischen Ideologie benutzt werden. Das Thema der überdimensionalen „Unfassbarkeit" und der menschenverachtenden Ideologie der Nationalsozialisten wird installativ in eine abstrakte 22-kanalige Klangkomposition übersetzt. Zusätzlich sorgen drei ‚Earthquake Transducer’, die den Boden zum Schwingen bringen, für Irritation und Unbehagen.

Credits

Auftraggeber: Staab Architekten, Berlin
Audiovisuelle Planung: Avissplan, Kremmen
Photos: Idee und Klang